Selbstbedienung

Heute mal nicht aus Manager- oder Bankensicht. Es geht um die eher kleinen Dinge. Einkaufswagenpfand, Flaschenpfand, selbst tanken, Steuererklärungen, die man nicht mehr versteht, aber unterschreibt, Geldgeschäfte online etc. .

Vielleicht täuscht es mich ja, aber ist es nicht so, dass Unternehmen und Verwaltung immer komplizierter werden und Funktionen auf den Konsumenten und Bürger verlagern?  Ohne Kompensation, nicht wie es uns in unzähligen Verkaufstrainings immer wieder eingebleut wurde?

Das Benzin, die Lebensmittel, unsere Getränke, die Steuer, die Bankgebühren – wurde das alles billiger? Oder einfacher? In England habe ich im Supermarkt schon selbst gewogen und kassiert. Parkhäuser, Ticketbuchungen, Versicherungen, you name it. Was noch fehlt, ist das vollautomatische Auto, das eine Art Selbstanzeige bei Geschwindigkeitsüberschreitung macht.

Oder was auch nicht schlecht wäre, die Schulen würden nur noch Prüfungen abnehmen, die Bildung machen wir selbst. Oder “Operieren mit Wikipedia-Anleitung – sparen Sie Tausende von Euro, wenn Sie sich von Ihrem Nachbarn den Blinddarm rausnehmen lassen”.

In den weniger sensiblen Bereichen wurde Komplexität und Funktion schleichend auf den Einzelnen übertragen. Mit dem Resultat, dass sich viele, darunter viele Ältere nicht mehr auskennen. Das hat den Service- und Beratermarkt beflügelt. M.a.W. Renten, die durch produktive Arbeit erwirtschaftet werden müssen, werden durch vermeidbaren Service aufgezehrt. Um eine Mehrung des Wohlstands handelt es sich hier nicht, eher eine Subvention.

Ist es möglich die Dinge einfacher zu machen? Ist es möglich die Gewinne anders zu verteilen, z.B. beim Selberkassieren oder Einkaufswagen zurückbringen mit dem Kunden (hier: dem Supermarkt) ein Honorar auszuhandeln?

Ist es wirklich gut, dass Unternehmen im Schnitt ca. 7 % Steuern auf ihren Gewinn zahlen? Oder ist das Selbstbedienung?