Die Globalisierungsfalle als Chance (aus 2008, aber krisensicher)

Waren das noch Zeiten, als man bei der Bundeswehr noch entspannen konnte. Keine Bundesregierung, EU oder Nato wollte, dass auch nur ein Schuss aus einer deutschen Knarre ausserhalb Deutschlands fallen würde.

Als die Stadtwerke ihren Strom noch selbst gemacht haben und die Preise einigermaßen stabil waren. Als das Gesundheitswesen noch gesund war und machte und die Beiträge vernünftig. Als die Spritpreise…Moment…die sind eigentlich schon immer gestiegen, oder? Nicht in der DDR, für die Jüngeren unter uns, das sind jetzt die neuen fünf Bundesländer, der Teil rechts auf der Landkarte, die wo da so komisch sprechen. Warum eigentlich? Nun, weil der Kommunismus nie funktioniert hat. Funktionieren nennt man in der Marktwirtschaft, wenn der Preis Angebot und Nachfrage in Einklang bringt. Anders ausgedrückt: Ist zu wenig da, wird es teurer.

Wir ahnen, was jetzt kommt. Es ist von Vielem zu wenig da. Strom, Sprit, Lebensmittel, Steuern, Sozialabgaben etc.. Vielleicht ist die Wahrheit auch eine ganz andere. Vielleicht haben die Handvoll Energie- und Mineralölkonzerne nur ein funktionierendes Kartell. Vieles deutet darauf hin. Hätte ich ein Unternehmen, wollte ich in erster Linie ein Monopol, keinerlei gesetzliche Beschränkungen und keine Steuern. Die zweitbeste Variante ist ein Kartell. Ich treffe mich mit den Kumpelz von den anderen paar Unternehmen beim Kegeln, spreche Produkte, Preise und Absatzgebiete durch, besteche ein paar Regierungen, transferiere die Kohle in meine Stiftung nach Liechtenstein, fertig.

Ja wie? Und die Regierungen? Darf man das denn alles? Na ja, dürfen darf man dürfen. Hier geht es ums Können. Mal abgesehen davon, dass die meisten Bundestagsabgeordneten (gilt wohl auch für die Europaabgeordeten, die kommen ja nur dahin, weil sie im Land keiner mehr will) in ihrem, wenn überhaupt vorher vorhandenen, Berufsleben nie in einem Markt gearbeitet haben. Sondern in Regulierungsbiotopen wie dem Erziehungssektor oder der Justiz, verstehen die oftmals gar nicht, was da draussen passiert. Die Unternehmen erklären es Ihnen aber gerne. Lobbying nennt man diese Vorstufe von Bestechung.

Schaun wir uns mal Herrn Gabriel an, unseren Klimaritter. Da hat ihm die Autoindustrie nun erst erklärt, sie hätte prima Rußfilter und jetzt auch noch tollen Biosprit. Die Rußfilter funktionieren nicht, sind aber subventioniert. Der Biosprit wird von weit mehr als ursprünglich angenommenen (wo kam die Zahl wohl her?) Autos nicht vertragen. Steuererhöhung. Die müssten nämlich Super Plus tanken. Mehr Kohle bei den Mineralölkonzernen, bei Herrn Steinbrück – Paaaaaarty! Und Paaaaaaarty! bei den Automobilunternehmen, weil einige gestresste Bürger sich nun entschließen, ihre olle Karre zu verchecken und was Neues zu kaufen. Paaaaaarty! bei Opel, BMW und CO. Paaaaaarty! bei Herrn Steinbrück und Paaaaaarty! bei der großen Koalition wegen neuer Arbeitsplätze. Herr Gabriel ist gelernter Lehrer.

Bei 20-30 % Fertigungstiefe von Autos (20-30 % des Wertes aller verbauten Teile und Arbeiten an einem Auto) in Deutschland, scheinen so ca. 70-80% der Knete irgendwie ins Ausland zu fließen und dort Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist nicht schlimm, da die Menschen fast überall auf der Erde Ausländer sind. Ausserdem hat Deutschland noch immer eine privilegierte Situation und exportiert mehr als jedes andere Land. Dieser Zwergstaat, der in Schutt und Asche lag vor 60 Jahren. Wir hätten halt einfach nicht auf den depperten Österreicher hören sollen.

Was tun? Globale Finanzkrise, horrende Preissteigerungen in der Basisversorgung, galoppierende Verblödung, Bombardierung kleiner aber wichtiger Länder, Paris Hilton?

Nicht so einfach…Aber hier mal ein paar Vorschläge, die sich schnell umsetzen ließen:

1. Abwählen der jetzigen Politiker. Numerus Clausus für Parlamentarier: Nur, wer mindestens 5 Jahre in der freien, nicht regulierten Wirtschaft gearbeitet hat, kommt rein.

2. Parteienverbot. Nicht nur die NPD, alle. Oder Aufhebung des Fraktionszwangs, was dem gleichkommt. Hessen ist schon auf der richtigen Spur.

3. Entweder private Systeme oder öffentliche in Erziehung und Gesundheit, auf keinen Fall beides. Würde die Krankenkassenbeiträge sofort drastisch reduzieren.

4. Gründung der Deutschland GmbH. Profis aus der Wirtschaft, die das Wirtschaftliche regeln, Aufsichtsrat ist das Volk, wenn das nicht funktioniert, gewählte Vertreter.

5. Abschaffung überflüssiger Gesetze und Regeln im Zufallsprinzip. Ähnlich wie bei den Lottozahlen werden wöchentlich 50 Gesetze gezogen und annulliert.

6. Wenn Kartellämter und Politik nicht funktionieren, werden langfristige individuelle Lieferverträge geschlossen zwischen Otto Normalverbraucher und Esso, E.on etc., z.B. 5jährige Preisgarantien.

7. Steuer- und Sozialkonkurrenz in Europa. Es ist jedem ab morgen freigestellt, sich in Spanien oder Griechenland sozialzuversichern und Steuern zu bezahlen. Das Geld geht in einen großen Topf, die Europa GmbH, besetzt mit den Besten der Besten aus der Wirtschaft, kontrolliert vom Volk (dem europäischen) und wenn das nicht zu organisieren ist, durch gewählte Vertreter.

8. Und das dann noch weltweit.

Ja, schreit nur Ihr Parteien, Gewerkschaften, Krankenkassen, Anwälte, Lehrer und all die anderen, die das System noch immer mit Zähnen und Klauen verteidigen. Schreit nur “Anarchie! Untergang!”.

Ich jedenfalls hätte ein besseres Gefühl, nicht länger der Depp von unfähigen Politikern, kriegslüsternen Präsidenten, verwirrten religiösen Führern und Unternehmen zu sein, die durch nichts anderes als der Gier ihrer Eigentümer getrieben werden.