Nehmt mein Geld! Macht was! Am besten das, was Ihr versprochen habt! (2011)

Stefan Kornelius in der SZ über Reiche, die nicht mehr Steuern zahlen dürfen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/wohlhabende-wollen-freiwillig-mehr-zahlen-reiche-schroepfen-frieden-schaffen-1.1137601

Tobias Kniebe in der SZ über George Clooney und wie er die politische Welt sieht.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/-filmfestspiele-venedig-clooneys-kampf-gegen-den-moralischen-weltgesamtbankrott-1.1137401

Levy, Westernhagen, Buffett. Alle wollen mehr zahlen, dürfen aber nicht. Den Letzteren halte ich für kommunismusunverdächtig. Das ist der, der jetzt mit Bill Gates und vielen Milliarden Gutes tut, seine Kinder quasi enterbt hat, nur eine Brille in seinem Leben besaß und mit einfältigen Anlagekonzepten reich wurde. Westernhagen kriegt wahrscheinlich keine Gigs mehr und will noch mal “Freiheit” in einem Stadion singen. Levy? Je ne sais pas.

Bei Buffett leuchtet mir die Argumentation am meisten ein. Er ist in Konsumwerten, u.a. Coca-Cola, investiert und sein Reich würde bröseln, würden die Paläste brennen. Der Kapitalismus scheint tatsächlich Selbstheilungskräfte zu haben, weil stets die Habsucht wieder den Weg weist. Habsucht will nicht ihre Basis,  die Ausbeutung, vernichten, sondern benutzen. Und wenn man es etwas überdreht hat, geht man wieder etwas auf die Bremse.

Ähnlich wie die Politik. Dort ist es aber die Geltungssucht, der Hunger nach Macht und Einfluss. Diese Macht ist aber nur temporär und wird im wesentlichen von den Vermögenden gekauft und auf Zeit an Marionetten verliehen. 1 Mrd. Dollar für den Präsidentenwahlkampf von Obama, so wird geschätzt. Als Aktionär von der Wall Street würde ich da auch die Choreographie bestimmen wollen. Welche Absprachen es mit all den Politclowns während ihrer aktiven Laufbahn gab, die sie sich anschliessend in der Wirtschaft vergolden lassen, kann nur geahnt werden.

Wenn Politik so schmutzig ist, wie Clooney es uns glauben machen will, sage ich nur “Bullshit.”. Sie ist viel schmutziger.

Direkte Demokratie mit interessierten Bürgern könnte dem begegnen. In Deutschland geht das bislang nur bei Bahnhöfen.

Und solange es Arbeitnehmer gibt, die für die vielen verbrecherischen Organisationen in der Finanzwelt, dem Marketing, der PR, der Politik und im öffentlichen Sektor, der Industrie und ich weiss nicht wo, arbeiten, wird auch das weiter gehen.

Soweit mir bekannt ist, gibt es auch dort keine Zwangsarbeit.

Kündigen ginge also.