Visionary Lobo: Aufgewacht in einem Alptraum: Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Sonst ist Trump unser kleinstes Problem – SPIEGEL ONLINE

Die Wahl von Donald Trump zeigt, wie Meinungsforscher und Medien an den Mechanismen moderner Meinungsbildung scheitern. Für liberal denkende Menschen erwächst daraus eine neue Aufgabe.

Quelle: Aufgewacht in einem Alptraum: Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Sonst ist Trump unser kleinstes Problem – SPIEGEL ONLINE

99 Questions (Occupy Movement 2011)

It moves! And as long as it keeps moving it is a movement.

Looking at what is being said in the media it remains unclear what the movement is all about. Which makes sense because people are in the streets for various reasons.  It seems as if politicians and media people want to paint another black&white picture, good vs. evil etc.. But that doesn’t make any sense. Personally, I don’t like the way how things are presented, be it from the protesters, the media, the politicians, the various other groups.

Soundbytes and videos which are cut in the same manner like one has condemned for so long are not what is going to help the cause(s) or find your voice. Not talking about starting a serious discussion or initiatives. That means that it does not help to condemn policemen, bankers, investors, politicians or whomever as a whole.

Sure the Occupiers do not have all the answers and that is why I thought they may want to have the better questions. The mess we are in seems to be rooted in very complex and deliberately intransparent political and economical systems and a lack of education. I think it makes sense to find out first what has happened, what the exact situation is, who is responsible for what and go from there.

Quite clear is that political parties from every side have enabled a financial system over the last 30 years which seems to collapse now. Also, some people made some nice profits.

Now the 99 questions, the initial ones below, which may be completed by anyone who feels like it. Just my 99 cents.

1. How did the income distribution change over the last 30 years in terms of private and corporate income and taxes/social insurance?

2. How is wealth distributed in terms of geographical and socioeconomic criteria?

3. How did the amount of money in circulation change over the last 30 years by currency?

4. Where did the increase in that amount go to?

5. How does the job migration (e.g. jobs being moved overseas) look like exactly?

6. Is there a list of lobbyists and a transparent way of looking at the interests they pursue?

7. Is there a transparent way of looking at the income of our politicians? Is it transparent which assignments for organisations other than their political party they pursue?

8. Is it true that the US puts pressure on those countries who do not agree to sell their oil in dollars?

9. Who are those “Financial Markets”? Who are the individuals investing in which bonds, countries, corporations, derivatives etc.? Is there a way of making these 99 % transparent?

10. What are the risks exactly the commercial and the federal banks do have on their balance sheets or in offshore entities? Is there a way to make these 99 % transparent? Including all the complex “financial products/innovations”.

11. Is it true that the “Financial Market” is 4 times bigger than the “real economy”?

12. Is it true making profits on interest differences, bets, credit default swaps and the like is 40 times bigger (in terms of turnover) than the investment in real businesses?

13. Is all this bail-out-money and the dramatic increase of the money in circulation over the last 30 years now leading to a hyperinflation and currency reforms?

14. Should banks be able to create money like they used to?

15. Should hedgefunds be allowed?

16. Should salaries/bonuses be capped?

17. Is there a report by the UN/IMF/WTO/OSCE/Worldbank that shows clearly what happened in all those incidents and crisis they were involved with? Especially in terms of currency value development, investments, GDP and unemployment development, local production and privatization, here: to whom assets were sold, how this was financed and at which price as opposed to the pre-crisis value.

18. Is there a report by the a.m. organization showing the impact of subsidies on competitiveness of local producers in developing countries?

19. Are there plans in detail, country by country, to shut down tax havens?

20. Is there a better way to organize the economy without interest and interest on interest? Is interest the timebomb making the whole thing blow up regularly?

Frau Sibylle über Idealismus

Im SPON.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/s-p-o-n-fragen-sie-frau-sibylle-grauenhaftes-rauschen-des-rechthabens-a-801398.html
Das beschreibt viele der Konflikte, die früher keine waren, ganz gut. Es gab mal eine Zeit als es völlig in Ordnung war, anderer Meinung zu sein. Man musste auch nicht irgendwo dazugehören. Es gab 2 große und eine kleine Partei, 3 Fernsehkanäle, keine Handies, kein Internet und die einzige NGO, die ich kannte, war die Aktion Sorgenkind.

Da ist die Überleitung zur Behinderung, die Frau Sibylle konstatiert. Eine Diagnose ohne Aussicht auf Therapie. Ich will nicht behaupten, dass Medien Trends oder gar Überzeugungen machen können, sie können sie wohl bestenfalls verstärken. Was dann, je nach Sichtweise, eben auch schlechtestenfalls bedeuten kann.

Die permanente Reizüberflutung ist ein Produkt der Produktvielfalt. Die von den Medien natürlicherweise forciert werden muss, wegen der überwiegend werbefinanzierten Geschäftsmodelle. Man schafft es nur noch mit Übertreibisierung Aufmerksamkeit, Page Impressions, zu erzielen.  Was einst ein Zubrot war, Werbung und PR, ist heute das Kerngeschäft.

Und das alles funktioniert nur, wenn man genügend Gegensätze aufbauen kann und dazu braucht es eine aktive Fragmentierung der Welt und eine Überhöhung des Ichs. Es gibt in der Tat viele Me-Fanatics, denen man iPhones, iPads (nicht die Damenbinden) und die entsprechende Philosophie, Aura und Zugehörigkeit vercheckt. Das machen die Medien gerne Hand in Hand mit Werbern, PR-Agenturen und der Industrie.

Für die, die wenig Kohle haben, bleibt dann noch Auf-Gleisen-Anketten,  Pirat werden oder positive Diskrimierung von Minderheiten.

Will Frau Sybille wirklich die freiwillige Selbstausrottung der Spezies? Ich glaube, nein. Es würde wahrscheinlich schon reichen, dass einem einen Tag lang keiner erzählt, was gerade richtig und gut sein soll.

Könnte ich mir auch gut in einem Schrebergarten umringt von bemalten Zwergen vorstellen.

P.S. In der PCPedia (PoliticalCorrectnessPedia) fand ich zu “Gartenzwerg” folgenden Eintrag:

” Gartenzwerge, wie die landläufige über Jahrhunderte geprägte diskriminierende Bezeichnung lautet, sind kleinwüchsige, humanoide, zipfelmützenpräferierende Dekorativstatuetten, die in ungeschützten Arbeitsverhältnissen, vorwiegend im Freien, an vorgegebenen Stellen oft monatelang ohne geregelte Pausen posieren müssen.”

Sekten und Wettbüros

Ich möchte eine Lanze brechen für alle Investmentbanker, Sektenführer, Casinobesitzer, Pferderennenwettbüros und ähnlich ehrbare Geschäftsleute.

Seinerzeit hatten wir eine kleine Band, nicht sehr hohe Ideale, ein paar Auftritte und immer zu wenig Geld. Regelmäßig also machten wir uns über sogenannte “dayjobs” Gedanken, um unserer Leidenschaft sorgenfrei frönen zu können. Wir neigten zur Sektenidee, da diese mit einem Fanclub leicht zu kombinieren gewesen wäre. Ich weiss nicht mehr genau, was uns letztendlich stoppte und möchte jetzt nicht wohlfeil Moral, hier das Nichtausbeuten uns zugewandter Menschen, vorschieben. Dennoch bin ich froh, dass wir nicht über das Planungsstadium hinauskamen. Der Musik hat es nicht geschadet.

Was andere aber nicht davon abhielt, unsere Ideen weiterzuverfolgen. Die globale Sekte des “Heiligen Mammons” war damals sehr attraktiv, das Heilsversprechen nachvollziehbar und diesseitig erreichbar. Das veranlasste Einige dazu, Betriebswirtschaft zu studieren. Bescheidener Wohlstand stellte sich ein, die Sekte war cool und die Musik spielte immer weiter. Also tanzten wir. In den letzten 10 Jahren war es aber anders. Manchmal spielte die Musik für ein paar Monate und dann gar nicht mehr, dann wieder ein wenig und so weiter. Für Leute, die in der Realwirtschaft arbeiten, eher uncool.

Unsere Freunde aus den Hochhäusern hatten da schon mehr auf der Pfanne. Warum eigentlich immer nur Musik, wenn’s läuft? Warum nicht auch, wenn es in rasender Fahrt abwärts geht? Derivate, Zertifikate, Nahrungsmittelkontrakte, mit CDS gegen eigene CDOs wetten, Insiderwissen vergolden, Zweckgesellschaften, tax havens.

Dagegen waren wir Chorknaben. Aber der Erfolg gab ihnen Recht. Ohne ihren Arsch vom Bürostuhl zu nehmen, haben die Jungs mehr Moos gemacht als wir armen Tröpfe. Gut, es wurde gleich wieder steuerfrei weggeschafft, na und? Ist doch immer noch legal.

Übrigens genauso legal wie Derivate, CDS, CDOs, Leerverkäufe, ein Briefkasten auf der Isle of Man, auf den Cayman Islands oder die dunklen Teile der Bilanz dahin zu beamen, wo es keinem auffällt.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Unsere Finanzprofis sind in der überwiegenden Mehrzahl keine Verbrecher, sondern schlimmstenfalls schnelle, clevere Burschen. So ähnlich wie die Schnäppchenjäger, die bei Praktiker alles ohne Stecker kaufen.

Gut, dass das überhaupt möglich war, könnte man auch dem mangelnden Widerstand des Gesetzgebers gegen Finanzlobbyisten anlasten. Aber hey, sind wir doch mal ehrlich, wenn wir uns solche (teuren) Experten leisten könnten, hätten wir uns dann nicht auch per Gesetz das Gehalt verzehnfachen und den Jahresurlaub verdoppeln lassen?

Ich kann die ganze Aufregung nicht mehr verstehen. Vor allem deswegen nicht, weil Spielbanken, Lotterien und Wettbüros scharf reglementiert sind in Deutschland. Die einzige Riesenlücke in der Regulierung klafft beim Finanzmarkt und den Sekten.

Was genau hält uns eigentlich davon ab, auf Jersey einen Hedgefonds aufzumachen oder eine Sekte?

Danke Frau Sibylle! Zustand der Welt: Mit Pistolen auf Eisberge schießen

“Wenn man heute mit einer Meinung konfrontiert ist, die das eigene Weltbild infrage stellt, kämpft man um sein Leben. Dabei endet das sowieso. Und es wird relativ traurig, sich in den letzten Sekunden klarzumachen, dass man die kurze Zeit mit schlechter Laune vergeudet hat. Was immer man hassen will, man wird Argumente dafür finden, wenn man sie sucht.

Was haben sie denn so gemacht die letzten Jahre? Ich habe mich aufgeregt!”

Quelle: Zustand der Welt: Mit Pistolen auf Eisberge schießen – Kolumne – SPIEGEL ONLINE

Music vs. Market & Competition

Competition, cui bono?

They say it is good for quality, lowering prices and overall wealth. Really?

From a consumer’s point of view it seems that the more competition there is the better. I doubt it. Look at labour prices (salaries, wages). The employers are happy to pay less for the same or even superior services. Is this wealth? For the employer yes, because he improves his margin by reducing cost. For the employee surely not. In the long run for the employer (owner, shareholder etc.) probably not because there is less buying power of the total of employees. No problem in a globalized market place. Do more export.

The trouble seems to be that we do not distinguish between value and price. Price should of course reflect the value. But in unbalanced markets which are all markets the price does not reflect the value one way or another, or in many ways. And I cannot think of a single balanced market – one where demand and supply are completely even, regulated by a transparent price, without monopolies, oligopolies, corruption, free of government influence, free of non-disclosed power imbalances etc.. There is no price tag for transport (I mean including the real cost for the environment), pollution of the atmosphere, the oceans, suppression of people, war, exploitation of natural ressources, unjust regimes etc.. As long as this is the case we are slaves to beancounters, bankers and other regimes.

Just imagine a market for plumbing services. Say there are 3 companies providing services and 10 households needing them with various incomes. I assume that 1 household will buy the high-quality-high-price service (A) which does not create enough profit for the company to survive. 3 households buy mid-price-mid-quality services (B) and find out from the remaining 6 other households who bought low-price-i-don’t-know-the-quality-services (C) that the results are inexpensive and somehow o.k.. With lowered real incomes, which has been the case for a typical German household during the last 15 years it is most likely that they switch to C.

This will happen in any other industry on a global scale. The low price comes with cheap labour meaning you make the stuff in China or pay illegal salaries and wages e.g. by circumventing national law, employing people somewhere else but let them work here, sailing under a different flag. There are enough people who find the gaps and make their money with them. National influence ends at the border which is why the globalization was not driven by politicians but by business people. Result being that the politicians are hopelessly challenged to find local solutions for global questions. It is ridiculous.

The music business is not any different from other businesses. Used to be, rather. When the product was still physical there was no problem shifting ressources around the globe. Factories, marketing, money, media, you name it. Internet killed the music labels who were the dominant force. And that’s good.

But there is nothing which replaced the physical market in terms of money, revenue. Apart from some major music festivals and live acts there is not much left of the golden days. The consumption of music is always on the rise. But nobody pays for it. That must lead to broke music entrepreneurs, musicians and venues. It did already. After that there is a DJ-like world which only recycles what has been successful, pump it up with some computer beats and ready is some product I don’t want to buy. The fact is that a DJ makes more money these days than a traditional musician.

Competition leads to lower prices, less variety, less wealth and lower quality. If that is what people want, then be it.

I will sing and play my guitar regardless.

Gustave Le Bon…

… hat, wie alle Sozialwissenschaftler, und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein, viel Stuss in seinem Leben erzählt.

In seinen hellen Momenten kamen aber auch solche Sachen heraus:
“Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer.”

Was man da dran machen kann, ist er aber schuldig geblieben.

Internet – und jetzt?

Ich bin jedes Jahr so ca. 1-3 Monate intensiv im Internet unterwegs. 2016 war allerdings das Ende des Internets as we know it. Ich habe in all den Jahren vorher noch nie so viel dünnes Zeug gelesen, egal zu welchem Thema. Die wirklich wichtigen Sachen passieren offline, wie z.B. die jahrelangen Verhandlungen zu TTIP. Oder wenn man sich mit ein paar alten Kumpels trifft, um offline Musik zu machen.

Das bisschen TTIP wird keinen umbringen, funktionierende Demokratien haben so etwas noch immer in den Griff gekriegt.

Dass man allerdings die Kiddies und die Ahnungslosen, die Habenichtse und die Downloader aufhetzen will, dafür habe ich schon lange kein Verständnis mehr. Google, anonymous, die die sich von Google für eine zweifelhafte Lobbyarbeit sponsern lassen, die ehemaligen linken Intellektuellen, das ist alles ganz großer Käse.

Wenn schon Verschwörungstheorie, dann eine, die auch kohärent ist. Es gibt Wirtschaftsunternehmen, die das Internet abriegeln wollen, Google, Apple (hat das schon sehr erfolgreich über Hardware getan), die böse, böse Contentindustrie und sicherlich auch solche Unternehmen, die wirtschaftliche Schäden durch illegale Handlungen erleiden, was ich gut verstehen kann.

Auf der anderen Seite ein Internet der Doofen, die sich mit billiger Desinformation von anonymous und “echten Journalisten” ablenken lassen, die dadurch

a) Aufmerksamkeit bekommen
b) von jemandem direkt oder indirekt bezahlt werden
um c) von der wirklichen Katastrophe, der wirtschaftlichen, die kommen muss, abzulenken

Wer denkt sich so etwas aus?